2026
Elefantentreffen
31.1.2026 - Kurznotiz: Dank einer Whatsapp Nachricht von Jürgens Motorradfreund Andy hat sich Jürgen für eine Nacht aufgerafft, zum Elefantentreffen zu fahren. Schön (kalt) war´s. Tolle Stimmung, super nettes internationales Publikum. Danke Andy!
Vier Wochen Botswana in 8 Minuten
26.1.2026 - Die ganze Erzählung zu unserer Reise wird noch ein wenig Zeit brauchen, aber einen Kurzfilm mit den wichtigsten Eindrücken hat Jürgen schon mal gebastelt. Viel Spaß!
Und hier die ganze Geschichte
23.12.25 - Auf dem Weg zum Flughafen war noch Zeit für einen Spaziergang. Seit Tagen hängt kalter Bodennebel über dem Land und der Abschied fällt uns so nicht sonderlich schwer. Mit der Lufthansa geht es über Frankfurt nach Johannesburg. Johannesburg liegt ungefähr auf dem Breitengrad von Agadir, nur eben auf der Südhalbkugel, so dass wir mit hochsommerlichen Temperaturen verwöhnt werden.
Unsere Route. Die orangen Punkte sind vorgeplant, die blauen spontan.
Flug und erster Tag
24.12.25 - Das Reisebüro Money & Earth, wie wir Silvias Buchungskünste immer nennen, hat hervorragende Arbeit geleistet und famos günstige Plätze mit Liegesitz in der großen 747 ergattert. Ausgeruht kommen wir in Johannesburg an und eine Stunde später stehen wir in der Übergabehalle des Autovermieters. Eine weitere gute Stunde Zettelkram und Einweisung, dann verlassen wir das Gebäude und gewöhnen uns an das Fahren auf der anderen Seite. Interessante Geschichte übrigens, warum manche Länder Links- und andere Rechtsverkehr haben. In Kürze: Links ist in vieler Hinsicht historisch logischer, Rechts ist eine Trotzreaktion ;-) Wir verlassen die Stadt auf der Autobahn, es regnet in Strömen und das konzentrierte Fahren lenkt uns davon ab, dass das Auto ziemlich merkwürdig schwingt auf der Straße. Nach 150 km empfängt uns eine kleine vorgebuchte Lodge in Phokeng, rechtzeitig zur Feier des Heiligen Abends - mit hochsommerlichen Temperaturen.
Ein langer Tag
25.12.25 - Nach einem ausführlichen Frühstück inmitten der herrlich kitschigen Weihnachtsdekoration machen wir uns über Nebenstraßen auf den Weg nach Gaborone. Heute scheint die Sonne, es ist wenig Verkehr und Jürgen hat die Muße, sich mit den Fahreigenschaften des Hilux genauer auseinanderzusetzen. Fazit: Die Stoßdämpfer sind hin, das Auto taugt nichts für Buschpisten. Wir texten also am 1. Weihnachtsfeiertag die Notfallnummer des Vermieters an und nach einigem Hin- und Her erklärt sich ein Mitarbeiter bereit, ins Büro zu fahren und nach einem Ersatzwagen zu schauen. Wir sind so freundlich und fahren ihm 150 km entgegen, also zurück nach Pretoria. Der Fahrzeugtausch findet auf einem Autobahnrastplatz statt und nun geht es wieder die gleiche Strecke zurück gen Westen. Das Auto "verschaukelt" uns diesmal nicht ;-) Langer Rede kurzer Sinn, wir haben Sitzfleisch und halten bis zur Grenze nach Botswana durch. In stockfinsterer Nacht suchen wir unseren Weg durch die verschiedenen Stationen an der Grenze und bekommen die richtigen Stempel. Noch spannende 40 km und gegen 21:00 fallen wir in die Federn einer unterwegs gebuchten Unterkunft. Dank einer SIM Karte von Holafly, haben wir bisher überall Empfang, echt gut das Ding.
Es geht in den Busch
26. & 27.12.25 - Als Erstes brauchen wir Bargeld und eine Erstausstattung mit Lebensmitteln und Getränken. Gaborone ist eine durchaus moderne Großstadt, dennoch müssen wir uns erst mal an die Andersartigkeit gewöhnen. Wir finden eine große Mall und bekommen alles was wir brauchen. Bein Beladen des Autos fühlen wir den Temperatursprung von 0° zuhause auf 30° um 10:00 morgens heftig und freuen uns auf die Fahrt mit gut funktionierender Klimaanlage. Unser erstes Ziel ist das Khama Rhino Sanctuary. Nach dem Gate geht es ein paar Kilometer auf Sandpiste zu unserem Campground, Tisch und Stühle werden aufgestellt und das Dachzelt aufgeklappt. Alles spannend, weil zum ersten Mal. Silva zaubert etwas mit der Bordküche und völlig fasziniert machen wir einen Abendspaziergang durchs Camp. Die Geräuschkulisse, der Geruch, das Licht und die ersten Vögel und Antilopen die wir sehen begeistern uns.
Wir schlafen überraschend gut im Dachzelt. Am nächsten Morgen um 5:30 rollen wir los zur ersten Pirschfahrt. Wir haben keine großen Erwartungen und was wir dann sehen, überwältigt uns: Impala, Kudu, Zebras, Giraffen, Gnus und vor allem eine Herde Rhinozerosse sind immer wieder zum Greifen nah. Silvia stellt ihre neue Kamera von Einzel- auf Dauerfeuer um, das Sortieren der Bilder wird anspruchsvoll werden ;-) Nach 3h Pirsch gibt es noch einen Kaffee und ein Omelett im Restaurant des Parks, dann geht es weiter nach Norden, Kurs auf Kubu Island.
Jetzt wird es anstrengend. Kubu Island
27. & 28.12.25 - Zuhause haben wir faszinierende Bilder von Kubu Island gesehen, einer kleinen Felseninsel mitten im Salzmeer der Sowa Pfanne. Da wollen wir hin! Leider ist die Befahrbarkeit nur in der Trockenzeit einfach, aber wir wollen es versuchen. An der Rangerstation in Mmathsumo fragen wir nach und bekommen eine vage Antwort: Ja, könnte gehen, ist teilweise naß. "Fahrt nicht durch die Pfanne, sondern den trockeneren Umweg über Thanbatskudu". Nun denn, wir versuchen es, lernen an einem Aussichtspunkt eine Gruppe aus Südafrika kennen und fahren vor diesen weiter, um nicht zu viel Staub zu schlucken. Nach gut 10 km über die Ausläufer der Pfanne wird der Weg immer feuchter und steht schließlich ganz unter Wasser. Da trauen wir uns nicht durch, versuchen seitlich über das Gras zu fahren - und stecken nach wenigen 100 m fest. Mit Mühe und Sperrdifferential kämpfen wir uns zurück. Zu Fuß erkunden wir mögliche Alternativen, da kommt der Treck mit vier Südafrikanern angefahren. Der Erste macht den gleichen Fehler wie wir und bleibt prompt an der selben Stelle stecken. So lernen wir uns kennen, werden eingeladen, uns dem Tross anzuschließen und leisten gleich mal unseren Beitrag, indem wir den festgefahrenen Wagen aus dem Sumpf ziehen. Wir lernen viel von den sehr netten Jungs und Mädels: z.B., dass es bei diesen Sumpfwegen auf der Spur, selbst wenn sie unter Wasser steht, immer am besten geht. Mit vereinten Kräften und einigen Manövern schaffen wir es gemeinsam bis Kudu Island. Die Hüter des Campgrounds sind erstaunt, das wir es bis zu Ihnen durchgekommen sind. Es wird ein netter Abend, nur die Besteigung der Insel schaffen wir zeitlich nicht mehr im Hellen. Am nächsten Morgen geht es um 6:30 weiter mit unserer "Bootsfahrt", 90 km Piste bis zur Teerstraße von Nata nach Maun liegen vor uns. Bis 2 km vor dem Ende geht alles gut, dann steckt ein Einheimischer in einem Schlammloch, den wir erst mal rausziehen. Gut übrigens, dass ich die alte Großfall vom graskarpfen dabei habe, damit kann man aus großer Entfernung anziehen. Aber dieses Loch ist definitiv unfahrbar, wir waten die ganze Länge ab, die Spurrillen sind zu tief, selbst für den "Mighty Hilux", wie die Buren unsere Kiste nennen. Wir versuchen eine Umfahrung und bleiben stecken, dann scouten wir andere Möglichkeiten weiter südlich und nach einigen weiteren Adrenalinschüben und Schleppaktionen stehen wir nach 5 h und 90 km endlich auf Asphalt. Geil war´s!
P.S. Abends stellt sich noch heraus, dass Pierre, der erste der Truppe der uns ansprach, das gleiche Motorrad wie Jürgen fährt, eine Africa Twin (was sonst). Und er hat einen YouTube Channel übers Biken in SA: https://www.youtube.com/@FootpegDiaries. Wer weiß, vielleicht gibt es mal eine Tour in Südafrika?
Makgadikghadi Pan und Boteti River
Nach der Kudu Island Tour sind wir zu spät dran, um noch unser nächstes Ziel, den Khumaga Campground zu erreichen. Wir finden eine sehr einfache Unterkunft in Gweta, wo man sich etwas wundert, dass Bleichgesichter hier absteigen. Zu Essen finden wir nichts, wir gehen mit ein paar Keksen im Magen ins Bett. Bis zum Gate in den Makgadikghadi Park sind es am Morgen 80km auf der Hauptstraße. Die ist zwar asphaltiert, dafür immer wieder mit zahlreichen und teilweise riesigen Schlaglöchern gespickt, eine echte Achterbahnfahrt. Vom Gate geht es noch 30km durch tiefe sandige Fahrspuren die richtig Spaß machen bis an das Tal des Boteti River. Zuerst sehen wir einzelne Elefanten, dann öffnet sich der Blick über das grüne Flusstal und wir sind verzaubert: Überall Elefanten, im Wasser Flusspferde und dazwischen die üblichen Herden Impala Gazellen. Im Busch Kudu und Springböcke. Noch sehr vorsichtig fahren wir in das Flusstal hinab und sind sehr beeindruckt, wenn die Dickhäuter in 20m Entfernung an uns vorbeilaufen. Sie nehmen uns zur Kenntnis, aber ignorieren uns weitgehend, machen höchstens einen kleinen Bogen. Später trauen wir uns etwas näher an den Hippo Pool heran, wohl wissend, dass diese Viecher ziemlich unangenehm werden können, sie liegen bei der Todesstatistik durch Wildtiere gemeinsam mit Elefanten und Büffeln ganz vorne. Allerdings kommen sie nicht gegen die Anophelesmücke an, die killt mittels Malaria mit Abstand am meisten Menschen. Am späten Nachmittag, nach Stunden des Staunens geht es ins sehr schöne Camp, wir duschen und kochen am Lagerfeuer. Eine Horde Meerkatzen ist auch am Platz und geschickt wie sie sind, lenken sie uns ab, während der Oberaffe ins Auto klettern und unsere Nudelpackung klaut. Unser Schimpfen und Steine werden beeindruckt sie wenig. Wir verbringen zwei Nächte hier und es ist bisher der absolute Höhepunkt der Reise.
